Bildung

Fortschritt durch Bildung

Ein Mangel an Bildung behindert auch weiterhin die Entwicklung Afghanistans. Noch immer können 70 % der Frauen und 50 % der Männer in Afghanistan weder lesen noch schreiben. Drei Jahrzehnte kriegerischer Auseinandersetzungen und das Taliban-Regime haben ihre Spuren hinterlassen: Unter der Taliban-Regierung besuchten nur knapp eine halbe Million Kinder die Schule, Mädchen konnten nur im Verborgenen lernen.

Inzwischen gehen wieder rund neun Millionen Kinder in die Schule. 74 % der Mädchen und 98 % der Jungen im Grundschulalter nehmen heute am Unterricht teil. Der prozentuale Anteil der Lehrerinnen liegt landesweit mittlerweile bei 31,7 %. Die Fortschritte sind beachtlich, Herausforderungen bestehen jedoch weiterhin: Von rund 180.000 unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrern verfügen 58 % über keinen Hochschulabschluss. In 80 von über 300 afghanischen Distrikten gibt es beispielsweise überhaupt keine Lehrerinnen.
Wirtschaftlicher Aufschwung und Bildungsniveau – das sind zwei Seiten derselben Medaille. Nur eine besser gebildete Generation kann das Schicksal des Landes in die Hand nehmen und zum Positiven verändern.

Die internationale Gemeinschaft unterstützt das Land seit 2001 bei der Förderung von Bildung. Zwischen 2002 und 2014 investierte allein Deutschland rund 130 Millionen Euro in diesen Bereich. Der Bau und die Ausstattung von fast 600 neuen Schulen, die Ausbildung von mehr als 99.300 Lehrerinnen und Lehrern, neue, praxisorientierte Lehrpläne – all das sind Ziele, an denen Deutschland und Afghanistan gemeinsam arbeiten.

In der Berufsbildung arbeitet Deutschland mit 50 Schulen eng zusammen. Im Fokus steht die Weiterbildung der Dozentinnen und Dozenten – weg von einem theorielastigen Unterricht hin zu einer praktischen Ausbildung, die sich an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes orientiert.

Afghanische Bildungsinstitute arbeiten zunehmend mit Unternehmen zusammen, in denen Auszubildende Praktika absolvieren und den Berufsalltag kennenlernen. Zudem öffnen sie ihre Türen für Lehrlinge aus dem informellen Sektor. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von morgen sind so besser auf ihre Aufgaben vorbereitet – und können zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beitragen.

Nähere Informationen zu unserer Arbeit im Schwerpunkt Bildung finden Sie auch unter den Projektbeschreibungen und unter den „Geschichten “.

 

Unsere Arbeit im Schwerpunkt

Bergbau in Afghanistan – Hochschulausbildung verbessern & Innovationen schaffen Um die Potenziale im Rohstoffsektor besser ausschöpfen zu können, unterstützt die deutsche Bundesregierung Afghanistan dabei, die fachliche Hochschulausbildung für die Bergbauindustrie zu verbessern, sie auf die Bedürfnisse von Arbeitsmarkt und Wirtschaft anzupassen und internationaler zu vernetzen. mehr
Den Bildungssektor reformieren – neue Standards für Lehrkräfte & Lehrpläne Um die Grundbildung im Land langfristig zu verbessern, unterstützt die deutsche Bundesregierung gemeinsam mit der Schweizer Regierung das afghanische Bildungsministerium in der Ausbildung seiner Lehrkräfte und hilft, Lerninhalte vielseitiger und verständlicher zu gestalten. mehr
Berufliche Bildung fördern & Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen Um gemeinsam mit Partnern vor Ort ein leistungsfähiges und von Regierung und Gesellschaft akzeptiertes Berufsschulsystem aufzubauen, unterstützt die deutsche Bundesregierung die afghanischen Partner vor Ort dabei, Berufsschullehrkräfte auszubilden und Rahmenbedingungen für die Berufsausbildung zu schaffen oder zu verbessern. mehr
Bessere Bildung für eine bessere Zukunft Im Rahmen des Treuhandfonds für den Wiederaufbau Afghanistans (ARTF) hilft das landesweit umgesetzte Programm zur Qualitätsverbesserung der Bildung (EQUIP), das afghanische Bildungssystem zugänglicher zu gestalten, Schulen zu bauen und die Qualität des Unterrichts allgemein zu verbessern. Neben Deutschland sind auch die USA, Kanada und Schweden wichtige Geldgeber dieses Bildungsprogramms. mehr
Sport für Entwicklung in Afghanistan Sport als Schulfach – das kennen viele Schülerinnen und Schüler in Afghanistan noch nicht. Sport trägt jedoch positiv zur körperlichen, motorischen und geistigen Entwicklung von jungen Menschen bei. Aus diesem Grund unterstützt die deutsche Bundesregierung die Einführung des Unterrichtsfachs Sport an Schulen in Afghanistan. mehr
Schulförderung in Afghanistan – für einen besseren Unterricht Um die Bildung von afghanischen Kindern und Jugendlichen kontinuierlich zu verbessern, unterstützt die deutsche Bundesregierung drei Modellschulen in Kabul, die als Vorbild für Bildungseinrichtungen gelten sollen: Die Amani-Schule für Jungen, die Aisha-e-Durani-Schule für Mädchen und das Lycée Jamhuriat, ein Wirtschaftsgymnasium für Mädchen. mehr

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