Den Bildungssektor reformieren – neue Standards für Lehrkräfte & Lehrpläne

Um die Grundbildung im Land langfristig zu verbessern, unterstützt die Bundesregierung gemeinsam mit der Schweizer Regierung das afghanische Bildungsministerium in der Ausbildung seiner Lehrkräfte und hilft, Lerninhalte vielseitiger und verständlicher zu gestalten.

Situation

Unterricht in Zelten und schlecht ausgebildete Lehrkräfte – das ist bis heute vielerorts der Alltag im Norden Afghanistans. In der Provinz Balkh waren beispielsweise rund zwei Drittel der 550 Schulen nach Krieg und Konflikten zerstört oder schwer beschädigt. In der Provinz Kunduz verfügte knapp die Hälfte der 440 Schulen über kein Schulgebäude. Neben Schulmöbeln, Büchern und anderen Unterrichtsmitteln mangelt es aber vor allem an gut ausgebildeten Lehrkräften. Aktuell werden etwa neun Millionen Kinder (darunter mehr als ein Drittel Mädchen) von rund 200.000 Lehrkräften unterrichtet – demnach unterrichtet ein einziger Lehrer im Durchschnitt etwa 45 Schüler. Viele Lehrkräfte sind dabei nicht ausreichend ausgebildet. 

Ziel

Das Projekt zielt auf eine bessere Qualität der Grund- und Sekundarbildung ab. Um Lerninhalte auf die Anforderungen weiterführender Schulen und den Arbeitsmarkt auszurichten sowie Schüler langfristig für den Unterricht zu motivieren, unterstützt die Bundesregierung Afghanistan bei der Ausbildung seiner Lehrkräfte und bei der Überarbeitung von Lehrplänen.

Maßnahmen & Wirkung

Durch die pädagogische Ausbildung der Lehrkräfte hat sich die Unterrichtsqualität spürbar verbessert. Schülerinnen und Schüler werden stärker in den Unterricht eingebunden und für das Lernen motiviert. Die Fortbildungen der Lehrkräfte umfassen neben pädagogischen Disziplinen wie Methodik und Didaktik auch mathematische und naturwissenschaftliche Fächer. Lehrkräfte und Dozenten absolvieren die pädagogischen Weiterbildungen in sogenannten Teacher Training Colleges (TTC), zu Deutsch Lehrerausbildungszentren.

Auf dieser Grundlage neuer und verbesserter Kenntnisse der Lehrerschaft konnten Lehrpläne überarbeitet und ein moderner nationaler Lehrplan eingeführt werden. Bei dieser Aufgabe hat das Projekt BEPA das Direktorat für Lehrerbildung des afghanischen Bildungsministeriums unterstützt. Grundschulkindern kommt infolgedessen eine spezialisierte und altersgerechte Schulbildung zu.

Seit 2009 konnten mehr als 22.000 im afghanischen Bildungssektor tätige Menschen, größtenteils Dozentinnen und Dozenten, an einer pädagogischen Weiterbildung teilnehmen.

Schülerinnen und Schülern wird darüber hinaus eine informierte Entscheidung über ihren beruflichen Lebensweg ermöglicht, denn berufsorientiertes Lernen steht nun in den höheren Jahrgangsstufen auf dem Lehrplan. Auch Grundkenntnisse zur Gleichstellung der Geschlechter (Gender) sowie Menschenrechte und Friedenserziehung gehören von nun an zu den Unterrichtsfächern in der Lehreraus- und -weiterbildung.

Übersicht

Engagement in den Provinzen Badakhshan, Balkh, Kunduz, Samangan, Takhar, Kabul.
Programm:
Förderung der Grund- und Sekundarbildung in Afghanistan (BEPA)
Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA)
Partner:
Ministerium für Bildung Afghanistan
Durchführungs-organisationen:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Provinzen:
Badakhshan, Balkh, Kunduz, Samangan, Takhar, Kabul
Programmziel:
Rahmenbedingungen für eine verbesserte Unterrichtsqualität in der Grund- und Sekundarbildung schaffen.
Gesamtlaufzeit:
Juni 2005 – Oktober 2019
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