Nachhaltiger Bergbau für Wirtschaftswachstum

Der afghanische Bergbausektor birgt große Wirtschaftspotenziale, die das Wachstum des Landes stark ankurbeln könnten. Um diese voll auszuschöpfen, unterstützt die Bundesregierung afghanische Akteure dabei, den Abbau langfristig innovationsfördernd und transparent zu gestalten.

Situation

Afghanistan ist reich an Rohstoffen: Kupfer, Lithium, Eisen, seltene Erden, Gold und Kobalt. Das Land könnte zu einem der führenden Rohstoffexporteure der Welt aufsteigen, würden die Vorkommen nachhaltig abgebaut. Die Steuereinnahmen aus diesen Rohstoffförderungen könnten sogar ausreichen, um Afghanistan unabhängig von internationalen Geldgebern zu machen.
Die Rohstoffe werden jedoch nicht nachhaltig abgebaut. Kontrollen verlaufen nicht transparent, Schürflizenzen sind selten oder gar nicht vorhanden. Nur wenige internationale Unternehmen sind bisher im Rohstoffsektor in Afghanistan engagiert. Staatliche Daten und registrierte Einnahmen sind nicht umfassend – auch das afghanische Bergbauministerium hat keinen Gesamtüberblick und stößt an personelle, organisatorische und administrative Grenzen.

Ziel

Das Projekt zielt auf eine transparente und strukturierte Betreibung des Bergbaus ab, so dass einerseits Staatseinnahmen ordnungsgemäß in die Entwicklung des Landes zurückfließen und andererseits Investitionen in die Bergbauindustrie lukrativer werden.

Maßnahmen & Wirkung

Dank der technischen und administrativen Schulung in verschiedenen Provinzen können Bergbauinspektorinnen und -inspektoren Verwaltungs- und Überwachungsaufgaben wahrnehmen, die ihnen das Bergbauministerium übertragen hat. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des afghanischen Bergbauministeriums nehmen an Weiterbildungen teil, um Lizenzanträge korrekt zu bearbeiten und die Regularien des Bergbausektors vorbildlich anzuwenden.

Darüber hinaus wurden bereits viele Transparenzstandards umgesetzt, welche die Korruption im Bergbausektor bekämpfen und den Abbau kontrolliert gestalten. Die afghanische Regierung strebt außerdem die volle Mitgliedschaft bei der Initiative für Transparenz im rohstoffgewinnenden Sektor (Extractive Industries Transparency Initiative ‒ EITI) an, der sie 2010 beigetreten ist. Die Initiative fördert die Zusammenarbeit von Rohstoffindustrie, Staat und Zivilgesellschaft und zielt darauf ab, öffentliche Einnahmen aus dem Rohstoffsektor nachzuverfolgen und zu veröffentlichen. Das trägt schließlich zu einem stabileren und verbesserten Investitionsklima im Rohstoffsektor bei. Durch den entstehenden Dialog verschiedener Akteure und die erhöhte Transparenz steigt letztendlich auch das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Staat. Auch mit Hilfe der Weiterbildung afghanischer Fachkräfte und der Besichtigung ausländischer Minen unterstützt das Vorhaben die afghanische Regierung, internationale Standards umzusetzen und Transparenz zu gewährleisten, um den EITI-Beitritt Afghanistans 2018 zu ermöglichen.

Übersicht

Engagement in Hauptstadt Kabul.
Programm:
Förderung Guter Regierungsführung im Rohstoffsektor Afghanistans
Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Partner:
Afghanisches Ministerium für Bergbau
Durchführungs-organisationen:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Provinzen:
Kabul
Programmziel:
Transparenz und Kontrolle der Bergbauindustrie sollen helfen, staatliche Einnahmen zu regulieren, Investitionen zu fördern und Korruption langfristig zu bekämpfen.
Gesamtlaufzeit:
Mai 2013 – November 2018
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