Sauberes Wasser im Norden Afghanistans

Um die Verbesserung des Trinkwassernetzes sowie der Trinkwasserqualität in nördlichen Städten Afghanistans zu gewährleisten, unterstützt die Bundesregierung den Ausbau der diesbezüglich notwendigen Infrastruktur.

Situation

Etwa 20 % der Bevölkerung in den Provinzstädten sind an zentrale Wasserversorgungssysteme angeschlossen. Die knappen Wasserressourcen sind vielerorts übernutzt und verschmutzt. Traditionelle Flachbrunnen sind oft ausgetrocknet, versalzen oder bakteriell belastet. Dies führt häufig, vor allem für Kinder, zu negativen gesundheitlichen Folgen, zum Beispiel zu schweren Durchfällen, Cholera und anderen Krankheiten. Bei Wasserknappheit ist die Bevölkerung auf die teure Versorgung durch Tankwagen oder auf öffentliche Brunnen angewiesen.

Ziel

Mit dem Aufbau und der Verbesserung der städtischen Wasserversorgung in Nordafghanistan wird beabsichtigt, die Lebensbedingungen der örtlichen Bevölkerung zu steigern und das Auftreten wasserinduzierter Krankheiten zu verringern.

Maßnahmen & Wirkung

Die direkt erzielten Ergebnisse der Baumaßnahmen sind beachtlich: In der Stadt Balkh (Provinz Balkh) wurden etwa 750 Hausanschlüsse und acht Zapfstellen fertiggestellt. Davon profitieren rund 9.900 Menschen. Durch die Erschließung der Brunnen sowie den Aufbau von Speicherkapazitäten und Verteilernetzen wurden die Grundlagen für eine bedarfsgerechte Versorgung von bis zu 34.000 Menschen bereitgestellt, die nun Zugang zu einer täglichen Wasserversorgung haben.

In der Stadt Iman Sahib (Provinz Kunduz) wurden weitere 527 Hausanschlüsse und drei Zapfstellen finanziert, so dass mehr als 6.100 Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Damit werden etwa 39.000 Menschen mit Wasser versorgt, die wiederum täglich auf 40 Liter Wasser pro Person zugreifen können.

In Faizabad (Provinz Badakhshan) schreiten Bauarbeiten an Brunnen, Wasserreservoirs und der Verlegung von Hauptleitungen voran. Etwa 3.800 Haushaltsanschlüsse wurden bereits fertiggestellt, die rund 38.000 Menschen mit Wasser versorgen. Diese Maßnahmen sollen eine spätere Versorgung von rund 75.000 Menschen mit sauberem Wasser sichern.

Aufgrund des Ausbaus einer netzgebundenen Trinkwasserversorgung und öffentlicher Zapfstellen in den drei Städten wird der ansässigen Bevölkerung eine bessere Lebensqualität zugesichert. Wasserinduzierte Krankheiten werden somit zukünftig reduziert und weitestgehend vermieden. Zudem wird durch die regelmäßige Versorgung mit Wasser eine bessere regionale wirtschaftliche Entwicklung erwartet.

Durch die Konzentration der Projekte auf städtische, dicht besiedelte Regionen profitiert eine äußerst große Anzahl von Menschen von den Baumaßnahmen. Durch den Neubau von Wasseranschlüssen wurden zusätzliche 22.000 Menschen in Pul-e Khumri (Provinz Baghlan), 17.000 Menschen in Taloqan (Provinz Takhar) und 10.400 Menschen in Mazar-e Sharif (Provinz Balkh) erreicht. Zwei Brunnen in Khanabad (Provinz Kundus) versorgen rund 45.000 Einwohner mit Wasser.

Insgesamt werden rund 100.000 Menschen in allen projektbezogenen Städten direkt von den Infrastrukturmaßnahmen profitieren. Je nach zukünftiger Nutzung durch die Projektpartner vor Ort können mit der Infrastruktur zusätzlich bis zu 100.000 Personen mit Trinkwasser versorgt werden. Die Gesamtanzahl liegt somit bei 200.000 Menschen. Alle Infrastrukturmaßnahmen umfassen die Erschließung neuer Brunnenfelder, den Bau von Reservoiren, Pumpstationen und Versorgungsnetzen zur Verbesserung des Trinkwassernetzes.

Übersicht

Engagement in den Provinzen Balkh, Badakshan, Kunduz,Takhar, Baghlan.
Programm:
Wasserversorgung Nördliche Klein- und Mittelstädte (NC I + II)
Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Partner:
Ministerium für Stadtentwicklung, Afghanistan; Gesellschaft für die städtische Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, Afghanistan (Afghan Urban Water Supply and Sewerage Cooperation – AUWSSC)
Durchführungs-organisationen:
KfW
Provinzen:
Balkh, Badakshan, Kunduz, Takhar, Baghlan
Programmziel:
Ziel ist die Verbesserung der Gesundheitssituation und der Lebensqualität in den ausgewählten mittleren und kleineren Provinzstädten.
Gesamtlaufzeit:
2008 – 2019
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